Rendant

Berufsbezeichnung
Bedeutung
Rechnungsführer, regional auch "Kirchenrechner"

Als Rendantur bezeichnet man eine Kassenstelle oder Rechnungsbehörde. Das Wort leitet sich vom französischen Ausdruck rendre compte (= Rechenschaft ablegen) ab und war im deutschsprachigen Raum lange Zeit im Bereich des gemeindlichen Rechnungswesens gebräuchlich. In der staatlichen Verwaltung ist der Begriff heute veraltet und praktisch nicht mehr anzutreffen, er wird aber in Deutschland noch allgemein für die Finanzverwaltung und Rechnungslegung katholischer Kirchengemeinden verwendet.

Der Vorstand einer katholischen Pfarrgemeinde beauftragt mit der Führung der Bücher einen Rendanten (Rechnungsführer, regional auch "Kirchenrechner" genannt), oftmals einen lokal ansässigen Steuerberater oder Geschäftsmann. Die Kosten werden aus Kirchensteuermitteln getragen. Im Zuge der vor allem durch den Gottesdienstbesucher- und Mitgliederschwund der Kirchen in vielen Bistümern notwendig gewordenen Zusammenlegung von Kirchengemeinden wurden seit den 70er Jahren auch zentrale Rendanturen geschaffen (zuerst im Bistum Trier im Jahre 1971), die nach Maßgabe der Beschlüsse der einzelnen Kirchenvorstände hauptamtlich die Finanz-, Vermögens- und auch die Personalverwaltung für die einzelnen Kirchengemeinden übernehmen und die Gemeinden und Gemeindeverbände in Angelegenheiten der Verwaltung des kirchlichen Vermögens unterstützen.

Quelle: https://wiki.genealogy.net/Rendant